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Archiv: Texte

Blind vor Zorn?

Von Tugenden und Laster III

Blind vor Zorn?

Vielleicht haben Sie dies schon so erlebt; ein Kollege macht Sie wegen einer Kleinigkeit an, der nächste Vorgesetzte hat etwas auszusetzen, ein anderer nörgelt an Ihnen herum wegen unerledigter Aufgaben. Oder Sie müssen bei einer Demo für Sicherheit sorgen, Sie werden beschimpft, verunglimpft und körperlich angegangen. Sie sichern eine Unfallstelle ab und werden durch Schaulustige behindert oder die aggressive Fahrweise anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet. Ist es da nicht normal, dass einem "mal der Kamm schwillt"? Vielleicht fühlt man sich ungerecht behandelt, Aggressionen steigen in einem auf bis zum Zorn. Mal nicht der gefallene König sein, Low and Order konsequent durchsetzen!? In Ihrer Ausbildung lernen Sie damit umzugehen und de-eskalierend zu wirken, jedoch lässt sich dies nicht immer so einfach umsetzen. Im Markusevangelium wird uns berichtet, dass auch Jesus von Zorn nicht frei war (Mk 3,5). Die entscheidende Frage ist: Wie mit dem Zorn umgehen? Lassen Sie sich davon überwältigen oder versuchen das Prinzip "die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen" (Eph 4,26); d.h. Dinge zu bereinigen. Zur Vertiefung bietet sich aktuell das schöne Wetter an, draußen spazieren zu gehen, walken, laufen, die Natur genießen und gute Gespräche mit seinem Partner/in zu führen; versuchen sich Dinge nicht so zu Herzen zu nehmen und für sich und in Bezug auf den anderen loslassen können, eine andere Sichtweise für vergeben.

Text & Bild: Polizeiseelsorger Diakon Carsten Huppmann