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Archiv: Meditationen

Der Himmel ist hier

Zum Monatsspruch August

Der Himmel ist hier

Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. (Matthäus 10,7)

Der Himmel ist gar nicht so weit weg. Das erste, was Jesus bei seiner Mission unter den Menschen sagte, war ganz einfach: "Das Himmelreich ist nahe. Gott ist da. Hier bei euch. Wendet euch Gott einfach zu! Er schenkt euch alles, was er hat. Haltet die Hände auf und lasst euch beschenken. Wer will zuerst?" Konnte man so was einfach so sagen? Ohne den Preis zu nennen, den es kosten würde, um Gottes Belohnung zu bekommen? War der Himmel nicht das Symbol für die Belohnung, die man bekommt, wenn man sich im Leben nichts zuschulden kommen lässt?

Aber die ersten Anhänger, die Jesus gewann, waren Außenseiter und solche, die schon ziemlich beladen waren mit Schulden und sowieso den Eintrittspreis für den Himmel nicht hätten bezahlen können. Die kamen zuerst und freuten sich: Die Mühseligen und Beladenen. Denen konnte man wirklich noch was schenken, weil sie die Hände frei hatten: Arme, Kranke und Abgelehnte. Und Kinder: "Wer die Ankunft Gottes nicht so erwartet, wie sich ein Kind sich auf ein Geschenk freut, kriegt sowieso nichts!", verkündete Jesus. Aber genau die freuten sich einfach, dass sie Besuch von Gott bekommen sollten, dass es Hoffnung für sie gab und sie heil würden: Ausgestoßene Leprakranke, die Jesus berührte, obwohl das streng verboten war. Verkrüppelte konnten sich auf einmal wieder aufrichten, konnten tanzen, statt durchs Leben humpeln zu müssen. Ein Querschnittsgelähmter nahm seine Pritsche unter den Arm, auf der er zu Jesus getragen worden war, und ging singend nach Hause. Alte mit grauem Star konnten wieder sehen, und sahen die Wahrheit. Psychisch Kranke wurden ruhig. Jesus heilte nicht bloß. Und reparierte das Elend, das ihm täglich begegnete. Bis zum nächsten Patienten. Er verschenkte Vergebung. Einfach so. Einen Neuanfang. Er verschenkte neues Leben. Buchstäblich: Einem verzweifelten Vater holte er seine tote Tochter ins Leben zurück! Wenn Jesus sprach, dann hatte Gott das Wort. Wenn er handelte, war Gott dabei, die Welt zu erneuern. "Die sich sonst immer ganz hinten anstellen müssen, kommen diesmal als Erste dran!

Die Letzten werden die ersten sein: Wenn ihr arm seid, dann freut euch, ihr kriegt den Himmel geschenkt", versprach er den Leuten, die ihm mit großen Augen zuhörten. Da war er: der Himmel. Ganz nah. Und wir? Wir können uns mit anstellen und die Hände aufhalten. Um auch was abzubekommen. Und können das weitergeben. Sogar heute noch. Denn das gilt bis heute:

Gott ist nahe.

Foto&Text: Polizeipfarrer Armin Kistenbrügge