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Archiv: Meditationen

Weihnachtliche Lösungen

 Jerusalem, Grabeskirche
Jerusalem, Grabeskirche

Spätestens mit dem 1. Advent beginnt er, der "Weihnachtszauber". Innenstädte werden mit Leuchtgirlanden herausgeputzt, Weihnachtsbäume aufgerichtet und Weihnachtsmärkte eröffnet, die öffentliche Beschallung umgestellt. Zuhause strukturiert der Adventskranz die letzten Wochen des Jahres, eine Kerze nach der anderen rückt uns näher an das Weihnachtsfest.

Trotz aller kommerziellen Auswüchse erstaunt es immer wieder, wie diese kollektive Einstimmung Jahr für Jahr funktioniert, fast jeder auf seine Weise teilnimmt und sich mitnehmen lässt. Der Wunsch, dieser unwirtlichen Jahreszeit des Dunkel-und-immer-dunkler-werdens etwas entgegenzusetzen, ist groß. Und er verbindet sich in diesen Tagen mit einem anderen: dass sich auch im eigenen Leben das eine oder andere lösen, zum Besseren kehren möge. Im lebendigen Licht einer brennenden Kerze scheint so manches möglich. Dem Propheten Sacharja zufolge (8,13) will Gott genau dies:

"Ich will euch erlösen, dass ihr ein Segen sein sollt. Fürchtet euch nur nicht und stärkt eure Hände."

Die Hinwendung Gottes zur Welt in Gestalt eines Kindes ist seine Lösung, um unser gestörtes Verhältnis zu heilen. Und: sie hat lösende Wirkung. Die biblische Weihnachtsgeschichte kann heute noch gestandene Männer rühren. Da mag Nostalgie mit im Spiel sein, aber auch die Erfahrung, dass in diesem Kind etwas Gutes auf mich zukommt, wofür ich zur Abwechslung mal nichts tun muss, außer es anzunehmen.

Wo Gott so ankommt, werden Kräfte frei. Da wird man zwangsläufig zum Segen für andere, furchtlos in die Hände spucken und loslegen.

Foto und Text: Wolfgang Hinz