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Archiv: Meditationen

"Wir können´s ja nicht lassen von dem zu reden,...

Objekt von Hans Ticha zur Frankfurter Buchmesse
Objekt von Hans Ticha zur Frankfurter Buchmesse

...was wir gesehen und gehört haben." (Apg 4,20)

Der Mensch ist mitteilungsbedürftig. Von klein auf gehört der verbale Austausch mit seinesgleichen zum Menschsein dazu. Nicht nur wenn einem Außerordentliches begegnet, gilt: Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Je nach Naturell gehört darum die Zügelung des eigenen Redeflusses zu jenen Aufgaben, die man zeitlebens seiner Gesellschaftsfähigkeit schuldet. Wer sich z.B. im Öffentlichen Nahverkehr genötigt sieht, endlosen Handygesprächen zu lauschen, weiß, wovon hier die Rede ist.

Das Bibelwort stammt aus dem Umfeld der Pfingstereignisse, wie sie in der Apostelgeschichte überliefert sind. Petrus und Johannes haben sich da vor dem Hohen Rat für ihre Predigten zu verantworten, die in Jerusalem für Aufsehen und Unruhe sorgen. Ein Stimmungsumschwung unter den deprimierten Jüngern Jesu - erfahren als die Wirkung göttlichen Geistes - macht sie gewiss, dass die Sache Jesu Christi weiter geht. Dies nicht zu kommunizieren ist ihnen ein Ding der Unmöglichkeit.

Dabei bleibt aber die Frage des "Wie" selbst den Aposteln nicht erspart. Begeisterung alleine macht es nicht. Auch eine gute Botschaft will durchdacht, verantwortet und angemessen vermittelt sein, wenn sie andere erreichen und überzeugen soll. Und das gilt nicht für christliche Zusammenhänge.

Wolfgang Hinz