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Archiv: Meditationen

"Wo euer Schatz ist, da wird euer Herz sein."

Monatsspruch September

Lottofieber 2009
Lottofieber 2009

Das Lottofieber der vergangenen Wochen hat gezeigt, wie treffend Jesu Merksatz für ein sorgloses Leben (Lk 12,34) auch heute noch ist. Zunächst in Deutschland dann in Italien brachte ein unglaublicher Jackpot Spieler und Presse von Woche zu Woche mehr in Wallung. So unwahrscheinlich der Gewinn statistisch auch sein mochte, unzählige Menschen fieberten der nächsten Ziehung entgegen, völlig besetzt von der vagen Hoffnung Multimillionär zu werden. Alle sonstigen Sorgen schienen sich vorübergehend in der einen zu verdichten, dass es diesmal klappen möge. Mit der Enttäuschung stellten sich dann die übrigen auch wieder ein. Und der (vermeintliche?!?) Gewinner ? Der, so liest man, sorgt sich nun, bedrängt von Bittstellern, von alten und neuen Freunden, um sein unbeschwertes Leben und leugnet den Gewinn.

Die barocke Folgerung einer Bachkantate (BWV 26) scheint hier mehr als bestätigt: "An irdische Schätze das Herze zu hängen, ist eine Verführung der törichten Welt." So mancher Gegenstand unseres Sehnens und Trachtens, ist dessen nicht wert, unsere Ent-Täuschung damit absehbar.

Martin Luthers Auslegung des 1.Gebotes liefert dafür eine bemerkenswerte Erklärung:

" Was heißt einen Gott haben oder was ist Gott? Antwort: Ein Gott heißt das, dazu man sich versehen soll alles Guten und Zuflucht haben in allen Nöten; also, dass einen Gott haben nichts anderes ist, denn ihm von Herzen trauen und glauben; wie ich oft gesagt habe, dass allein das Trauen und Glauben des Herzens beide macht, Gott und Abgott. Ist der Glaube und Vertrauen recht, so ist auch dein Gott recht; und wiederum wo das Vertrauen falsch und unrecht ist, da ist auch der rechte Gott nicht. Denn die zwei gehören zu Haufe, Glaube und Gott. Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott."

Geb´s Gott, dass jeder das Gegenüber findet, bei dem sein Herz gut aufgehoben ist, eines, das ihm die Sorgen nimmt und keine macht.

Polizeipfarrer Wolfgang Hinz