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Archiv: Meditationen

"Wo zwei oder drei..."

Monatsspruch September

Feurige Artisten zu Luthers Füßen,  Kirchen-tag 2011, Neumarkt Dresden Foto: W.Hinz
Feurige Artisten zu Luthers Füßen, Kirchen-tag 2011, Neumarkt Dresden Foto: W.Hinz

"Die Deutschen haben das Recht sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln." (GG Art.8)

Die Versammlungsfreiheit gehört zu den Errungenschaften unserer Demokratie. Nach den Erfahrungen der repressiven NS-Zeit zählt sie zu den unveräußerlichen Grundrechten. Auch bei Gefährdungslagen bestehen örtliche Versammlungsverbote selten vor Gericht. Demonstrationen werden so, vor allem wenn sie starke Gegner auf den Plan rufen, für die Polizei oft zum kräfteraubenden Großeinsatz. Zu den physischen Strapazen gesellen sich mentale, wenn über Stunden Parolen ertragen werden müssen, die nicht nur den Ohren, sondern auch dem eigenen Hirn wehtun. Von welchem Geist Versammlungen getragen werden, entscheidet eben auch über ihre Erträglichkeit.

Für einen Polizeipfarrer ist es darum immer eine Freude, auf Kirchentagen entspannten Polizeikräften zu begegnen. Nicht nur, dass der Kräfteansatz bei derartigen Veranstaltungen polizeilich gering gehalten werden kann, auch die, die Dienst haben, bleiben gelassen angesichts zigtausend Kirchentagsbewegter. Es ist, als ob Jesus selbst den polizeilichen Erwartungen zur vollsten Zufriedenheit genügte:

"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." (Mt 18,20)

Leitender Polizeipfarrer Wolfgang Hinz