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Archiv: Meditationen

Passionszeit

Samstags auf dem Liebfrauenberg in Frankfurt (Foto:W.Hinz)
Samstags auf dem Liebfrauenberg in Frankfurt (Foto:W.Hinz)

"Passion" kann heute vieles bedeuten. Die Wörterbücher spannen den Bogen von der Leidensgeschichte Jesu über Leidenschaft, Hobby bis zu leidenschaftlicher Hingabe. Höchst unterschiedliche Bedeutungsebenen in ein und demselben Wort. Bisweilen aber treffen sie alle auf einmal zu.

In Frankfurt marschierten unlängst die Gegner der Pelzindustrie durch die Innenstadt. Mitten in der Passionszeit machten sie so das Leid von Pelztieren öffentlich, die unter oft qualvollen Bedingungen nur dafür gezüchtet werden, am Ende ihr Leben für Haut und Fell zu lassen. So manches Transparent zeugte von Wut, grimmiger Phantasie und der Leidenschaft, mit der gerade jüngere Demonstranten ihrer Empörung über Tierquälerei Luft machen - von Lüsten anderer Art die fliegenden Pflastersteine, denen die Polizei nur in schwerer Schutzausrüstung begegnen konnte.

Der Apostel Paulus trifft es wohl in mehrfacher Hinsicht, wenn er schreibt, "dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet,"(Römer 8,22) die "herrliche Freiheit der Kinder Gottes" aber auf sich warten lässt.

Trotzdem: Dies Ziel gilt es gerade in der Osterzeit nicht aus den Augen zu verlieren.

Polizeipfarrer Wolfgang Hinz