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Texte

Von einem auf den anderen Moment

Totengedenken 2019

- hört die Welt sich auf zu drehen

- unser Leben steht still

- und es ist auf einmal nichts mehr so wie es war!

Nichts im Laufe eines Lebens fällt uns schwerer, als von einem geliebten Menschen Abschied zu nehmen. Wir können es im ersten Moment nicht fassen, suchen nach dem WARUM und müssen ohne Antworten mit dieser Leere, die durch den Tod in unseren Herzen entstanden ist, leben.

Auch wenn der geliebte Mensch durch nichts auf dieser Welt zurückkommen kann, können Worte und liebevolle Gesten von Freunden, Bekannten sowie Kollegen etwas trösten und uns durch die schwierige Zeit helfen.

So erging es auch im letzten Jahr vielen Angehörigen, Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen derer, die in ihrer aktiven Dienstzeit bei der Polizei Hessen verstorben sind.

Ob Ehefrau oder Ehemann, Lebensgefährtin oder Lebensgefährte, Schwester oder Bruder, Tochter oder Sohn; sie alle wurden mitten aus dem Leben gerissen.

Zurück bleiben wir, die tiefe Trauer und unermessliche Liebe und Wertschätzung für die Verstorbenen verspüren.

Es macht aber einen Unterschied, ob wir die schwierige Zeit alleine antreten oder zusammen, umringt von Familie, Freunden, Bekannten und Arbeitskolleginnen und -kollegen, die uns in dieser schweren Zeit eine Stütze sind, damit wir in Ruhe trauern und Abschied nehmen können.

Genau darum geht es am Gedenktag zu Ehren unserer verstorbenen Kolleginnen und Kollegen an der Polizeiakademie Hessen. Es soll zum Ausdruck gebracht werden, dass niemand, der im Dienste der hessischen Polizei stand, vergessen wird und wir nicht alleine trauern müssen.

Um an die im Dienst verstorbenen Kolleginnen und Kollegen zu erinnern, findet an der Polizeiakademie Hessen jährlich ein Gedenktag zu ihren Ehren statt.

So wurde auch letztes Jahr der Verlust unserer 20 verstorbenen Kolleginnen und Kollegen am Mittwoch, den 20. November 2019, an der Polizeiakademie Hessen, im Beisein des hessischen Staatsministers des Innern und für Sport, Herrn Peter Beuth, des Landespolizeipräsidenten, Herrn Udo Münch und des ständigen Vertreters der Polizeiakademie Hessen, Herrn Christian Vögele, betrauert.

Zu Beginn der Gedenkfeier leitete Herr Wolfgang Hinz, Leitender Polizeipfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) gemeinsam mit Frau Sabine Christe-Philippi, Polizeiseelsorgerin der Katholischen Polizeiseelsorge in Hessen, in der Kirche der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Wiesbaden-Kohlheck durch einen ökumenischen Gedenkgottesdienst.

Dieser würdevolle Gedenkgottesdienst wurde durch den Dekanatskantor Christian Pfeifer musikalisch, sanft und unter dem symbolischen Entzünden der Kerzen mit Namensnennung für jeden einzelnen Verstorbenen eröffnet.

Neben dem Gebet, der Schriftlesung, der Predigt und des Aussprechens des Segens wurden Fürbitten für die Verstorbenen und deren Angehörige und Freunde von Mitgliedern des Polizeibeirates der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verlesen. Das Bläserensemble des Landespolizeiorchesters Hessen rundete den bedeutsamen Trauergottesdienst mit ihren musikalischen Werken Sonata (Anonymos) und Kanon (Johann Pachelbel) ab.

Nach dem Gottesdienst folgten die Teilnehmenden in einem Trauerzug zum Ehrendenkmal an die Polizeiakademie Hessen, allen voran wurde der Trauerkranz getragen.

Der Trauerzug wurde dort unter der musikalischen Begleitung des Landespolizeiorchesters Hessen von einem Ehrenspalier aus Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten der Polizeiakademie Hessen erwartet.

Das Licht der Hoffnung (die entzündeten Kerzen für jeden Verstorbenen) wurden von Angehörigen, Freunden sowie Kolleginnen und Kollegen der Verstorbenen am Ehrendenkmal niedergestellt.

Nach einem Innehalten am Ehrendenkmal richtete sich der Hessische Minister des Innern und für Sport, Herr Peter Beuth, mit einer bewegenden Trauerrede an die teilnehmenden Trauergäste.

"Wann immer ein geliebter Mensch von uns geht, hinterlässt er eine große Lücke - in unserem Leben und in unseren Herzen.

Was uns aber bleibt, ist die bedingungslose Liebe, die wir den Verstorbenen entgegenbringen und die auch der Tod nicht auslöschen kann.

Wir sind natürlich von Traurigkeit erfüllt, weil die Menschen, die wir gehen lassen mussten, nicht mehr Zeit vergönnt war, um all ihre Träume und Wünsche zu verwirklichen.

Gleichzeitig empfinden wir aber auch ein großes Gefühl der Demut und Dankbarkeit für die Zeit und die vielen glücklichen Momente, die wir mit ihnen gemeinsam erleben durften.

Heute wollen wir uns in Ruhe Zeit dafür nehmen, uns daran zu erinnern", so Herr Staatsminister Peter Beuth.

Im Anschluss an diese Trauerrede verlas Herr Landespolizeipräsident Udo Münch die Namen der im vergangenen Jahr verstorbenen Kolleginnen und Kollegen.

Anschließend wurde der Trauerkranz unter musikalischer Begleitung am Ehrenmal durch Herrn Staatsminister und Herrn Landespolizeipräsidenten am Ehrendenkmal niedergelegt.

Am Ende der Gedenkstunde dankte der ständige Vertreter des Präsidenten der Polizeiakademie Hessen, Herr Christian Vögele, allen Beteiligten für ihr Kommen und die damit zum Ausdruck gebrachte Verbundenheit. Alle Angehörige, Freunde, Kolleginnen und Kollegen wurden zum Beisammensein und zum gemeinschaftlichen Austausch in den Speisesaal der Polizeiakademie Hessen eingeladen, um der Gedenkfeier und allen Beteiligten einen würdigen und persönlichen Abschluss zu ermöglichen.

Die gesammelte Kollekte des Gedenkgottesdienstes ging an den Hospizverein AUXILIUM – Unterstützung am Lebensende.

Seit 30 Jahren engagiert sich der ambulante Hospizverein für Schwerstkranke, Sterbende, deren Freunde und Angehörige zu Hause, im Altenheim und Krankenhaus. Er unterstützt bei dem Wunsch, selbstbestimmt und in Würde auch diesen letzten Lebensabschnitt gehen zu können.

info@hospizverein-auxilium.de

HPR / Tina Dixius