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Ostergruß -

nicht nur für Auslandskräfte

Frankfurt, Battonnstraße / Ecke Lange Straße - Foto: W.Hinz
Frankfurt, Battonnstraße / Ecke Lange Straße - Foto: W.Hinz

Liebe Hessen im Auslandsdienst,

vier Wochen sind vergangen seit unserem letzten Kontakt und die Lage in und um die Ukraine ist immer noch höchst prekär. Viele Menschen haben seitdem ihr Leben verloren, noch viel mehr sind auf der Flucht. Nun steht das Osterfest vor der Tür und es fällt einem schwer, sich darauf einzustimmen. Der Termin steht aber und das, wofür er steht. Also: save the date.

Das Osterereignis, dem sich das Christentum verdankt, ist in den frühen Morgenstunden verankert. Da entdecken drei Frauen, dass der hingerichtete Jesus nicht mehr dort ist, wo sie ihn vermuten (Markus 16). Das Grab ist leer. "Er ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!" lautet die Botschaft, die von dort ihren Lauf nimmt, auch wenn sie von Anbeginn Zweifel begleiten. Die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, ist ein Impuls, der bis heute ermutigt und Wirkung zeigt. Geistgewirkt, wie die ersten Christen meinten. Und sie ordneten diesem Geist, dem Heiligen Geist, die Taube zu - einen frühen Vogel, der das Licht braucht und sucht.

Seit Beginn des Krieges ziert eine solche Taube übergroß als Graffiti die Brandmauer einer Baustelle bei mir um die Ecke. In ihren Fängen hält sie einen Ölzweig, blau-gelb eingefärbt. Bloße Friedensfolklore? Auf schwarzem Grund inmitten von Abbruch und Neubau entfaltet das Bild eine enorme Wirkung. Wie hoffen und wünschen wir, dass diese Taube sich behauptet, auch gegenüber den sich neu formierenden russischen Aggressoren.

Möge das Licht und der Geist des Ostermorgens 2022 uns alle inspirieren, zu Hause und in Ihren Einsatzgebieten, ebenso die standhaften Ukrainerinnen und Ukrainer - über ihre notwendige Ausrüstung hinaus.

Mit herzlichem Gruß

Wolfgang Hinz