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Was allen in die Kindheit scheint ...

Nikolauserfahrungen

Was allen in die Kindheit scheint ...

"Was allen in die Kindheit scheint und wo noch keiner war." So lautet die (mittlerweile klassische) Definition des Tübinger Philosophen Ernst Bloch für den vagen Begriff "Heimat" - mehr ein Ahnen von etwas, das weit zurück reicht, aber eigentlich noch aussteht. Doppelt heimatlich mutete Necati Benli, den Landesmigrationsbeauftragten des HLKA, unlängst ein Überraschungsbesuch an. Am 6. Dezember stand St. Nikolaus in seiner Bürotür.

Zuvor hatten Sabine Christe-Philippi und Wolfgang Hinz in einer Andacht der Polizeiseelsorge den Heiligen aus Myra - heute Demre in der Türkei - als Kinderfreund und Vorkämpfer gegen Prostitution und Menschenhandel gewürdigt. Schließlich berichtet eine seiner Legenden aus dem 5. Jhd., dass er drei armen Mädchen die heiratsnotwendige Mitgift in Gestalt von kleinen Goldsäcken durchs Fenster warf und sie so vor Schlimmerem bewahrte - polizeilichen Zielen heute gar nicht so fern und nah auch der UNICEF- Initiative "Kinder haben Rechte".

Im Anschluss suchten die Seelsorger Mitarbeitende an ihren Arbeitsplätzen auf. Schrecksekunden, Heiterkeit und ambivalente Erinnerungen brachen sich die Bahn: "Ich bin immer brav gewesen" oder "Das gab´s ja noch nie hier". Beweisfotos wurden erbeten für die Kinder daheim, auch die goldenen (Schokoladen-) Kugeln, Erkennungszeichen des Heiligen, fanden ihre Abnehmer. Necati Benli freute sich über den "Besucher türkischer Herkunft", zugleich sah er alte Kindergartenerfahrungen wohltuend gemildert: "Sie haben mein Bild vom Nikolaus gerettet."

Text: Polizeipfarrer Wolfgang Hinz, Foto: HLKA Wiesbaden, FB 643-Bildtechnik