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E wie Entsetzen

E wie Entsetzen

Auf dem Frankfurter Hauptbahnhof Gleis 7, Abschnitt E wurde eine Mutter und ihr Sohn, 8 Jahre alt, vor den einfahrenden Zug gestoßen. Die Mutter vermochte sich gerade so zu retten. Der Junge wurde überrollt und starb. Ein Vierzigjähriger aus Eritrea konnte mit Hilfe von Passanten als Täter identifiziert und durch die Polizei verhaftet werden.

Das Entsetzen über diese grausame Tat ist groß, das Mitgefühl für die Eltern des Jungen tief. Auch am Tag danach werden Blumen am Kopf des Gleises niedergelegt, schweigend Köpfe gesenkt und Tränen getrocknet. "Ruhe in Frieden kleiner Mann" steht auf einem der Zettel.

Zugleich machen Medienvertreter ihre Bilder oder geben Statements ab vor laufender Kamera. Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn sind ebenfalls stark vertreten. Das ist auch nötig. Eine Frau mit Kopftuch in stillem Gedenken wird beschimpft, ein Mann mit versteinerter Miene umgehend abgedrängt.

Obwohl über Motiv und Verfassung des Täters noch nichts bekannt ist, überschlagen sich bereits Spekulationen und wilde Forderungen. Die Instrumentalisierung dieses schrecklichen Ende eines Kindes läuft an. "Halte ein und überlege...", möchte man dem entgegnen. E wie Einhalt, bevor das Entsetzen immer neues geriert.

Die Jahreslosung rät: "Suche den Frieden und jage ihm nach!" Ps 34,15

Foto&Text: W.Hinz