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In Zeiten von Corona

Tapfer ins Abenteuer?

Tugenden und Laster I

Tapfer ins Abenteuer?

In manchen Situationen kann nichts schlimmer sein als Eintönigkeit und Langeweile. Im Dienst geht die Zeit nicht vorbei und privat weiß man nicht, was man tun soll. Bei so manchen meldet sich dann die Abenteuerlust, sie brauchen den Adrenalinkick, wie bei einer Achterbahnfahrt, beim Bungeespringen oder etwa bei einer Blaulichtfahrt über die Autobahn!?

Entgegen den Darstellungen in Film und Fernsehen ist der Polizeiberuf kein permanentes Abenteuer, in das man sich stürzt. Im Gegenteil, es gehört ganz viel Alltägliches dazu. Was diesen Beruf aber im besonderen Maß ausmacht, ist die Bereitschaft und das Vermögen, im Ernstfall von jetzt auf gleich vollen Einsatz zu bringen. Dann sind Tapferkeit und Mut ganz besonders gefragt. Sie sind wichtige Ressourcen, um innere Widerstände zu überwinden, das Gute und Notwendige auch wirklich umzusetzen.

Tapferkeit verlangt vollen persönlichen Einsatz, zielführend, kalkulierte Risiken eingeschlossen. Zu allen Tugenden gehört auch die Weisheit, das richtige Maß zu finden - überlegt, mit Vorsicht, aber nicht zaghaft zu agieren. Man darf Tapferkeit nicht mit Kühnheit und Draufgängertum verwechseln. Auf Heldentum ist der wahrhaft Tapfere nicht aus, aber auf die richtigen "Maß"-nahmen - Wutbürgern gegenüber z.B., tapfer und besonnen.

Wie abenteuerlich oder heldenhaft es dabei zugegangen sein mag, erweist sich, wenn überhaupt, oft erst hinterher. Dann heißt es unter Umständen noch einmal: tapfer sein.

Text & Bild: Polizeiseelsorgerin Anna Albert